Sichere Datenlöschung

21. 02. 23
posted by: Baumgartner
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Gerade in Zeiten der Datenschutzgrundverordnung gewinnt das Thema der korrekten Entsorgung von Datenträgern immer wieder neuen Zündstoff. Die Vielfalt der erhältlichen Datenträger hat sich in den letzten Jahren vervielfacht. USB-Sticks, klassische Festplatten, Mobiltelefone, Speicherkarten, SSDs, Spielekonsolen, Navigationsgeräte, Notebooks, PCs etc. Sogar in Kugelschreibern und Sonnenbrillen finden sich manchmal versteckte Speichermedien.

Allen Datenträgern gemein ist, dass sie so oft nicht mehr einwandfrei funktionieren, nicht mehr gebraucht werden und irgendwo in Schubladen und anderen Behältnissen vergessen werden. Die Gefahr liegt jedoch im Detail. Auch wenn diese Datenträger oft nicht mehr gebraucht werden oder vermeintlich unwichtige Daten enthalten – kann es sein, dass sich im vermeintlich freien Speicherbereich gelöschte und durchaus sensible Daten befinden, an welche sich der Besitzer nicht mehr erinnert. Diese Daten könnten mit einer frei erhältlichen Forensik Software problemlos wiederhergestellt werden und plötzlich – auch Jahre später – wiederauftauchen und Probleme verursachen. Es wird daher dringend empfohlen, dass alte oder nicht mehr benötigte Datenträger – sofern sie nicht als „Notsicherung“ in einem versperrten Behältnis kühl und trocken gelagert werden:

 

  • entweder forensisch korrekt gelöscht oder
  • sorgfältig und vollständig vernichtet werden.

 

Die forensisch korrekte Löschung von Datenträgern kann mit geeigneter Software und entsprechenden Kenntnissen grundsätzlich auch selbstständig durchgeführt werden bzw. z.B. auch bei einem Datenrettungsdienst oder Sachverständigen in Auftrag gegeben werden. Maßnahmen wie eine lediglich thermische Erhitzung oder der obligatorische Hammer werden nicht empfohlen, da manche Datenträger durchaus robust sein können bzw. Teile der darauf befindlichen Daten den „Angriff“ unter Umständen auch überleben könnte. Eines der größten Irrtürmer ist, dass die einfache Formatierung eines Datenträgers wie z.B. eines USB-Sticks mittels Schnellformatierung alle Daten löscht. Das ist nicht korrekt und können in diesem Fall viele Daten wieder problemlos hergestellt werden. Eine korrekte Löschung besteht in einem Überschreiben des leeren Speichers und nimmt je nach Datenträgergröße durchaus auch Stunden in Anspruch. Eine Schnellformatierung, welche oft nur wenige Sekunden benötigt, sollte hiermit eine Art Warnzeichen sein, das Daten im Hintergrund überlebt haben könnten und eine forensisch korrekte Löschung dringlich anzuraten ist.

 

Insbesondere Mobiltelefone sind bei der Entsorgung oder Weitergabe (Verkauf, etc.) als problematisch anzusehen. Standardmäßig sollten auf jeden Fall die SIM-Karte und Micro-SD Karte vor der Abgabe oder Entsorgung entfernt werden. Das Zurücksetzen des Mobiltelefons auf die Standardeinstellung könnte jedoch unter Umständen nicht alle persönlichen Daten löschen. Aus diesem Grund wird empfohlen die Datenverschlüsselung vor dem Zurücksetzen des Mobiltelefons zu aktivieren.

 

Wenn telefonseitig keine Verschlüsselung möglich ist, kann nach manueller Löschung oder dem Zurücksetzen des Mobiltelefons der vermeintlich verbliebene und leere Speicherplatz mit Non-Sens-Inhalten überschrieben werden – wie z.B. einer langen Videoaufnahme der Zimmerecke. Dadurch werden auch versteckte Daten im freien Speicher mit großer Wahrscheinlich überschrieben.

 

Sollten Sie nicht sicher sein, ob Ihre Daten korrekt und sicher gelöscht wurden, vertrauen Sie sich Ihrem Experten oder Ihrer Expertin an und bleiben Sie so auf der sicheren Seite!

 

Stay secure!
Christian Baumgartner

 

 

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